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Personalberater: Auf der Jagd nach den besten Köpfen

Personalberatung

Die Fahndung nach guten Fach- und Führungskräften ist schwer. Immer mehr Unternehmen suchen Unterstützung bei Headhuntern. Welche Aufgaben übernehmen die Personalberater und wie findet man die besten?

PersonalberatungIm Zuge der Industrialisierung in den 1950er Jahren stieg die Nachfrage nach Experten und leitenden Angestellten rasant. Einige findige Geschäftsmacher spezialisierten sich auf die Suche und Vermittlung dieser Top-Kräfte. Ein neuer Beruf war geboren: der Personalberater, neudeutsch auch Headhunter genannt.

Heute gibt es in Deutschland mehr als 1800 Agenturen mit rund 5000 Beratern. Nach einem vorübergehenden Einbruch während der Wirtschaftskrise 2009 ist die Personalberatungsbranche wieder auf Wachstumskurs. Im Jahr 2012 erwirtschafteten Personalberater laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e. V. (BDU) einen Gesamtumsatz von 1,55 Milliarden Euro. Für 2013 wird eine Steigerung von rund 3,5 Prozent erwartet.

Systematische Suche und Direktansprache

Das Hauptaufgabenfeld eines Personalberaters hat sich seit der Entstehung seines Berufszweiges kaum verändert. Nach wie vor leben Headhunter in erster Linie von der systematischen Suche und Direktansprache von Fach- und Führungskräften, dem sogenannten Executive Search Consulting.

Hierzu erarbeiten sie nach einem ausführlichen Briefing-Gespräch zunächst ein fachliches und persönliches Anforderungsprofil für die zu besetzende Stelle. Auf Basis dieses Profils recherchieren und kontaktieren sie potentielle Kandidaten. Nur wenige Headhunter veröffentlichen auch Stellenanzeigen.

Konnten die Personalberater die größtenteils noch angestellten Manager von einem Wechsel überzeugen, erfolgen eine Analyse der Lebensläufe und Profile sowie die Durchführung von Vorstellungsgesprächen. Anschließend stellen sie die geeigneten Kandidaten den Unternehmen vor und moderieren den Verhandlungsprozess bis zur Einstellung.

Neben diesen klassischen Headhunter-Aufgaben bieten Personalberater zunehmend auch Dienstleistungen wie Personalmarketing, Management Audit, Interim Management und Eignungsdiagnostik an.

 

Fingerspitzengefühl und Diskretion gefragt

Mehrwert schöpfen Unternehmen bei der Nutzung einer Personalberatung vor allem aus deren gezielten Recherche qualifizierter Kandidaten. Die meisten Personalberater haben inzwischen eine einschlägige Ausbildung und kennen die Marktlage. Der Personalabteilung bleibt mehr Zeit für interne Aufgaben. Bei der Abwerbung von Spitzenkräften sind zudem Fingerspitzengefühl und Diskretion gefragt – beides erfordert viel Fachkenntnis und Erfahrung.

Da die Berufsbezeichnung Personalberater in Deutschland bisher nicht geschützt ist, müssen Unternehmen bei der Wahl eines geeigneten Beraters einiges beachten. Überprüfbare Referenzen, branchenspezifische Kenntnisse und die fachliche Qualifikation sollten selbstverständlich sein. Ein guter Personalberater zeichnet sich zudem durch sein Engagement und Problemverständnis aus.

„Entscheidend ist die ‚Extrameile‘, auch bei kniffligen Anfragen und Wünschen für den Kunden eine passende Lösung zu finden“, meint Gisela Titelbach, Office Managerin des österreichischen Personalmanagement-Unternehmens iventa. Dies vorausgesetzt, kann sich der durchschnittliche Tagessatz von 2.000 Euro für einen Seniorberater für Unternehmen durchaus rentieren.

Weiterführende Links:

iventa Personalberatung Österreich

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e. V. (BDU)

Liste der 100 wichtigsten Headhunter von WiWo


Foto: flickr/Matthew Kenwrick