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Findet sich der perfekte Mitarbeiter online?

Mitarbeitersuche online

Wie wirkt sich die schöne neue Onlinewelt eigentlich auf die Mitarbeitersuche aus? Sind Stellen, die online ausgeschrieben werden, erfolgreicher als traditionelle Print-Anzeigen? Fest steht, der Mensch bleibt Mensch, Jobs werden meistens über Kontakte vermittelt, aber die Bedeutung von Online-Jobbörsen nimmt stetig zu.

Digital vs. Print – Stepstone vs. FAZ – Axel Springer vs. F.A.Z-Verlag

Mitarbeitersuche onlineDie Digitalisierung hat die Mitarbeitersuche gleichzeitig vereinfacht und erschwert. Online-Jobbörsen haben eine Reichweite von der Print-Medien nur träumen können. Zum Vergleich: Stepstone, eine der bekannteren Online-Jobbörsen, verzeichnete laut eigenen Angaben durchschnittlich 9,8 Mio. Visits pro Monat auf ihrer Seite. Ein Visit ist natürlich noch lange kein Abonnement, aber Visits sind ein guter Indikator für die Reichweite des Mediums. Und wer eine Stellenanzeige ausschreibt, will gelesen werden.

Die FAZ lesen täglich zwischen 300.000 und 1,1 Mio. Menschen. Was ist das für ein Vergleich? Einer, der trägt. Denn wenn man die Stepstone Visits auf den Tag runterrechnet und großzügig Schwankungen miteinbezieht, kommt Stepstone auf 300.000-400.000 Klicks. Beide Medien versuchen sich darüber hinaus als „Lektüre für Top-Entscheider“ (FAZ) oder „Online-Jobbörse für qualifizierte Fachkräfte“ (Stepstone) zu positionieren. In Sachen Stellenmarkt stehen beide also durchaus in Konkurrenz zueinander. Abgesehen davon, dass Stepstone mehrheitlich zur Axel Springer SE gehört und als Beispiel dafür dienen kann, wie sich ehemalig reine Zeitungsverlage versuchen, digital neu zu erfinden. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Der Preis macht’s?

Jedoch – und hier unterscheiden sich beide Angebote – dürfte ein Eintrag bei Stepstone wie der von Kaffee Partner sowohl billiger sein, als auch ein anderes Publikum erreichen. Denn Stepstone wird nur aus einem Grund durchforstet: einen Job zu finden. Die Stellenanzeigen in der FAZ sind für hoch-qualifizierte Suchende sicherlich relevant, aber der Anteil der Leser, der die FAZ nur wegen der Stellenanzeigen liest, dürfte gering sein.

Nun zum Preis. Je nach gewählten Extras ist eine Anzeige bei Stepstone billiger, jedoch ist sie – Segen und Fluch des reichhaltigen Angebots – auch nur eine von vielen. Eine Anzeige bei der FAZ ist sicherlich preislich teurer, aber eben auch als Statement der Wertigkeit zu verstehen. Was also deutlich wird: Die Online-Stellenanzeige bei Jobbörsen ist nicht immer geeignet, nur weil sie preiswerter ist, sie erreicht aber spezifischer ihre Zielgruppe, weil ich als Jobsuchender bei Stepstone keine Theaterkritik lesen will.

Was ist das erfolgreichste Format?

Zwei Fragen bleiben bestehen: Wie erfolgreich sind Online-Stellenanzeigen? Und wie erfolgreich sind Online-Stellenanzeigen im Vergleich zu Anzeigen anderer Art, bspw. auf der eigenen Homepage oder in Print Angeboten?

Zur ersten Frage: Zwei-Drittel aller Bewerber nutzen Onlinebörsen zur Stellensuche. Das bedeutet zumindest, dass online Angebote wahrgenommen werden, mehr nicht, aber in Zeiten stetig strapazierter Aufmerksamkeit auch nicht weniger. Bewerber schreiben Internet-Stellenbörsen nicht signifikant mehr Erfolgschancen zu als anderen Arten der Stellenbörse. Aus Sicht des Bewerbers lässt sich die Frage also nicht entscheiden.

Schließlich zur letzten und entscheidenden Frage: Wie erfolgreich sind Stellenanzeigen online im Vergleich zu Printanzeigen? Eine Studie des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) kommt zu einem interessanten Ergebnis: Demnach setzen 44 Prozent der befragten Unternehmen auf Print-Anzeigen bei Ihrer Stellensuche. Diese führten aber doppelt so häufig (18 Prozent) zur erfolgreichen Berufsvermittlung wie Online-Anzeigen. Print sticht dabei also Online, jedenfalls so lange man sich nicht genauer anguckt, welche Betriebe befragt wurden.

Eine Frage der Einstellung

Alle statistischen Raffinessen beiseite: Start-Ups und Dienstleister des tertiären Sektors werden weiterhin auf Onlinebörsen setzen, weil sie sowohl zu Ihren Bedürfnissen als auch zu denen potenzieller Mitarbeiter passen. Klassisches, produzierendes Gewerbe, deren Internetaffinität und –abhängigkeit geringer ist, werden weiterhin die klassischen Wege des persönlichen Kontakts und der Printanzeige gehen.

Foto: flickr/Tax Credits

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