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Kitas bleiben in Frauenhand: Männliche Erzieher klar in der Minderheit

Männer in Kitas

Männliche Erzieher sind in Deutschland nach wie vor eine Rarität. Dabei bieten Kitas Männern gute Karrieremöglichkeiten.

Männer in KitasDie Zeiten, in denen Kinderbetreuung eine reine Frauendomäne war, sind längst vorbei – dürfte man meinen. Wer jedoch einen Blick auf die Erhebung der Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ wirft, wird gewissermaßen eines Besseren belehrt. 15.157 männliche Erzieher gab es im Jahr 2013 in Deutschland. Das entspricht gerade einmal einem Anteil von 3,4 Prozent. Auf dem Land ist der Männeranteil mitunter sogar noch geringer. Denn die Spitzenreiter mit vergleichsweise vielen Männern in den Kindertagesstätten sind allesamt Städte: Kiel, Frankfurt a.M. , Flensburg und Hamburg führen die Rangliste mit Männeranteilen von leicht über zehn Prozent an.

Dabei sind die Möglichkeiten, sich zum Erzieher ausbilden zu lassen, für Männer und Frauen gleich. Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen zwei und vier Jahre und kann sowohl im dualen Berufsausbildungssystem als auch an Berufsfachschulen absolviert werden. So bieten etwa die WBS Berufsfachschulen Männern wie Frauen die Möglichkeit, sich innerhalb von drei Jahren in Voll- oder Teilzeit zum staatlich anerkannten Erzieher ausbilden zu lassen.

Gute Gründe für mehr Männer in den Kitas

Und doch bleiben die Kitas vorerst in Frauenhand. Zwar ist der Männeranteil im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen, jedoch sind männliche Erzieher in Kindergärten noch immer eine Rarität. Dabei würden viele Kitas äußerst gerne mehr Männer zu ihren Angestellten zählen. So kommt es nicht von ungefähr, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Programm „Mehr Männer in Kitas“ versucht, Männer von einer Ausbildung zur Fachkraft in Kindertagesstätten zu überzeugen.

Dass Frauen in Kitas in der Mehrheit sind, hat grundsätzlich durchaus seine Berechtigung. Sie sind in der Regel weicher und einfühlsamer. Dennoch oder gerade deshalb sind Männer jedoch die perfekte Ergänzung in einer Kita. Vor allem in Städten, wo der Anteil alleinerziehender Eltern sehr hoch ist, fehlen Kindern, gerade im frühkindlichen Bereich, moderne männliche Rollenvorbilder und Bezugspersonen. Genau diese Position können Erzieher nach einer fundierten Ausbildung einnehmen und so ganz bewusst an der Entwicklung eines Kindes teilhaben.

Arbeitsmarkt im Aufschwung

Das Arbeitsfeld eines Erziehers wird umso attraktiver, wenn man sich die aktuelle Arbeitsmarktsituation anschaut. Während viele Eltern händeringend nach Kita-Plätzen für ihre Kinder suchen, werden ausgebildete Erzieher auf der Suche nach einer Arbeitsstelle in der Regel deutlich schneller fündig. Mit dem 2013 eingeführten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ist der Bedarf an Fachkräften noch einmal gestiegen und auch in den kommenden Jahren dürfte der Arbeitsmarkt in diesem Bereich nicht einbrechen.

Insofern profitieren von einem größeren Männeranteil in den Kitas letztlich nicht nur die Kinder, die so auch über eine männliche Bezugsperson verfügen, sondern auch die Männer selbst, da sie einen interessanten, erfüllenden und vor allem zukunftssicheren Beruf ausüben.

Foto: flickr/Suzi Walker

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