Finanzierung Businessplan

Sie haben eine zündende Geschäftsidee und wollen sich selbstständig machen? Sie sind davon überzeugt, dass Sie mit Ihren fachlichen und kaufmännischen Qualifikationen das Zeug zum Unternehmer haben? Sie können sich schon bildlich vorstellen, wie Ihnen die Kunden die Bude einrennen? Prima, dann bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: Wie wollen Sie das Ganze finanzieren? Ohne einen soliden Finanzierungsplan kann keine noch so innovative Idee bestehen, deswegen sollten Sie diese vier Tipps beherzigen:

Kostenplanung: Seien Sie pessimistisch!

Finanzierung BusinessplanDie erste Frage, die Sie sich stellen sollten, ist: Wie viel wird mein Vorhaben kosten? Die Antwort auf diese Frage lässt sich vor dem Markteintritt nur schätzen und hier gilt: Schätzen Sie pessimistisch! Zu knapp kalkulierte Ausgaben gehören zu den häufigsten und verheerendsten Anfängerfehlern, deswegen ist es im Zweifelsfall besser, etwas mehr einzuplanen.

Zu den Kosten bei einer Unternehmensgründung gehören die anfänglichen Ausgaben wie Ausstattung des Arbeitsplatzes mit Produktionsmitteln, Multimedia und Mobiliar. Hier sollte man zunächst auf eine spartanische Variante zurückgreifen. Wenn das äußere Bild im Vordergrund steht, könnte man die Ausstattung auch mieten oder gut erhaltene Second-Hand-Artikel in Betracht ziehen. Des Weiteren kommen die laufenden Kosten wie Versicherungs-, Miet- oder Personalkosten hinzu.

Zudem muss eine Anlaufphase einberechnet werden, denn man startet selten durch: Kunden, Lieferanten, eventuelle Partner u. a. müssen erst gefunden und angeworben werden. Ein ausreichendes Werbebudget sollten Sie daher ebenfalls einplanen.

Schließlich sind auch die privaten Lebenshaltungskosten nicht zu vernachlässigen. Generell gilt: Die Einnahmen aus der Selbstständigkeit sollten alle betrieblichen und privaten Lebenshaltungskosten decken, der Fachausdruck dafür ist die Rentabilitätsvorschau. Auch die steuerlichen Pflichten müssen von Anfang an geklärt werden.

Finanzierung: Seien Sie übervorsichtig!

Die zweite Frage leitet sich direkt aus der ersten ab, nämlich: Wie lassen sich diese Kosten begleichen? Während die erste Frage im Vorhinein nicht konkret beantwortet werden kann, muss es auf die Frage nach der Kostendeckung eine eindeutige Antwort geben. Die Erstellung eines Finanzierungsplans gehört bei einer Existenzgründung in die Vorbereitungsphase, damit man sich anschließend getrost auf die Idee selbst konzentrieren kann.

Während man bei einer Kleingründung in manchen Fällen auch mit Eigenkapital auskommt, bedürfen größere Unternehmen der finanziellen Unterstützung von außen. Die Höhe des Eigenkapitals spielt aber in beiden Fällen eine nicht zu unterschätzende Rolle: Je mehr eigene Mittel einfließen, umso unabhängiger der Unternehmer und umso sicherer das Unternehmen. Zu wenig Eigenkapital ist zudem der häufigste Grund für eine Kreditablehnung – Geld erhöht also die Glaubwürdigkeit.

Für das Fremdkapital eignen sich sowohl Privatpersonen, Gesellschafter und privatwirtschaftliche Kapitalgeber als auch Bankdarlehen oder öffentliche Förderprogramme. Auch hier heißt es: Vorsicht und Voraussicht. Zinsen müssen getilgt werden und kommen zu den laufenden Kosten hinzu, vermeintlich günstige Kredite können zur Verschuldung führen. Die Sicherheiten, die Sie Ihren Gläubigern bieten, müssen sowohl für Kapitalgeber als auch für den Unternehmer sicher sein. Wohnung und Auto sollte man daher nicht als Sicherheit einsetzen.

Kapitalgeber: Seien Sie berechnend!

Die Art der Finanzierung hängt vom Bedarf des Gründers und seines Vorhabens ab. Die Kriterien ergeben sich aus Branchenbesonderheiten, das gilt für die anfallenden Kosten als auch für das geplante Wachstum und andere Gegebenheiten. Daraus leitet sich die optimale Dauer der Förderung ab – einmalige Finanzspritze oder langfristige Unterstützung? Zudem gibt es branchenspezifische Förderungen, vor allem technologieorientierte Unternehmen gelten als Wirtschaftsmotoren und werden vom Bund und den Ländern gefördert.

Man sollte immer verschiedene Angebote vergleichen. Nicht nur um den richtigen Geschäftspartner auswählen zu können, sondern auch um eine bessere Vorstellung von seinem Unternehmen in der freien Marktwirtschaft zu bekommen.

Marketing: Seien Sie berechenbar!

Hier zählen nicht nur das Angebot und die Nachfrage, sondern auch die Marketingstrategie. Begegnen Sie einem potentiellen Kapitalgeber als Geschäftspartner und überzeugen Sie ihn durch einen gut ausgearbeiteten, vielversprechenden Businessplan.

Der Businessplan dient bei der Antragstellung auf eine Förderung als Visitenkarte, deswegen muss er vollständig und realistisch sein. In den Businessplan gehören eine Zusammenfassung Ihres Vorhabens und die Beschreibung des Geschäftsmodells und Ihres Produkts im Einzelnen sowie im Kontext des Marktes, die Marketingstrategien, die Finanzierungsplanung sowie eine 3-Jahres-Planung.

Auf der Homepage der High Tech Gründerfonds findet sich die folgende Gliederung:

  • Geschäftsmodell
  • Produkt/Dienstleistung
    • Kundennutzen
    • Stand der Entwicklung
    • Fertigung und Erstellung
  • Branche und Markt
    • Branche und Gesamtmarktanalyse
    • Marktsegmente und Zielkunden
    • Wettbewerb
  • Marketing
    • Markteintrittsstrategien
    • Absatzkonzept
    • Absatzförderung
  • Management und Schlüsselpersonen
  • Wissensmanagement/Technologievorsprung
  • Finanzierungsplanung
  • Stärken/Schwächen-Profil und Chancen und Risiken-Betrachtung

 

Lassen Sie sich Zeit und nehmen Sie Hilfe in Anspruch!

Die Finanzierung ist ein ernst zu nehmendes Thema, das diskutiert und von allen Seiten beleuchtet werden sollte. Lassen Sie sich Zeit und nehmen Sie Hilfe in Anspruch, zum Beispiel bei der Arbeitsagentur, den Kammern, der KfW Mittelstandsbank, den Sparkassen und/oder anderen Banken. Je besser Sie vorbereitet sind, umso hilfreicher ist die Beratung.

Auf ein Gespräch mit Kreditgebern kann man sich übrigens ebenfalls vorbereiten: Auf existentgruender.de gibt es z. B. E-Trainings für Bankgespräche. Wenn Sie trotz guter Vorbereitung und Überzeugungsarbeit eine Absage bekommen, fragen Sie nach den Gründen und lernen Sie aus den Fehlern. Lassen Sie sich nicht entmutigen: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

1 comment

  1. Fördermittel Existenzgründer 23 Januar, 2012 at 16:18

    Am besten immer einen Fördermittelcheck bei einem Gründercoach oder der IHK machen. Hier ist man auf der richtigen Seite wenn es um das Gründerkapital geht

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