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Wie Sie sich als Architekt selbstständig machen

Als Architekt selbstständig machen

Der Beruf des Architekten gilt noch immer als Traumberuf. Eine Festanstellung in einem Architekturbüro bekommen jedoch die wenigsten. Daher stellt die Tätigkeit als selbstständiger Architekt eine echte Alternative für junge Absolventen dar. Doch was muss dabei beachtet werden?

Als Architekt selbstständig machen

Die Architekturbranche ist eine der Branchen mit dem größten Anteil an Selbstständigen. Insgesamt arbeiten laut Bundesarchitektenkammer rund 56.000 freiberufliche Architekten in ganz Deutschland. Dabei lassen sich besonders viele Freiberufler in Großstädten wie Hamburg oder Berlin nieder, in ländlichen Regionen ist die Dichte an Architekturbüros geringer. Insgesamt gilt der Markt jedoch als hart umkämpft, da eine große Anzahl an kleineren Architekturbüros existiert und die Auftragslage stark von der Baubranche und deren Aufträgen abhängig ist. Zudem können die spärlich gefüllten Kassen der öffentlichen Auftraggeber – wie Städte und Kommunen –, aber auch der privaten Unternehmen, die Situation zusätzlich verschärfen. Das aktuelle Problem der Wohnraumknappheit in urbanen Gebieten hingegen wird die Auftragslage zukünftig verbessern. Daher streben Architekturstudenten zunehmend eine Tätigkeit als Selbstständiger und die Gründung eines Architekturbüros nach dem Studium an. Besonders wichtig für die zukünftige Arbeit als Freiberufler sind dabei – wie in jedem anderen freien Beruf auch – Kontakte. Ein Austausch von Informationen und Erfahrungen mit Kollegen, Behörden oder möglichen Vertragspartnern hilft bei der eigenen Weiterentwicklung und der Suche nach neuen Kunden.

Als Freiberufler unbedingt in die Architektenkammer

Um sich als Architekt, Garten- und Landschaftsarchitekt, Innenarchitekt oder Stadtplaner bezeichnen zu dürfen, müssen Absolventen zunächst in die Architektenkammer ihres Bundeslandes eintreten. Die Voraussetzung für die Aufnahme in die Architektenkammer wiederum ist eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit unter Anleitung eines erfahrenen Architekten. Diese Praxiserfahrung, die keine explizite Ausbildung darstellt, kann in nahezu jedem Architekturbüro gesammelt werden. Zudem bietet die Kammer selbst verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten sowie Publikationen und Beratungen zu allen Themen rund um die Arbeit als Architekt an. Die Mitgliedschaft in der Berufskammer hat aber noch einen weiteren Vorteil: Architekten erhalten damit die sogenannte Bauvorlageberechtigung. Diese berechtigt zum Unterschreiben von Bauanträgen und ähnlichen Plänen sowie deren Einreichung bei den zuständigen Behörden. Nur mit dieser Berechtigung können Architekten für ihre Kunden auch Planungsleistungen erbringen.

Selbstständige Architekten sollten sich Nischen suchen

Nach dem Eintritt in die entsprechende Berufskammer muss ein freiberuflicher Architekt sein Tätigkeitsfeld festlegen. Auf dem eher gesättigten Markt empfiehlt sich eine Spezialisierung – das Besetzen einer noch freien Nische. Eine ausführliche Marktbeobachtung, aber auch das Studieren von ausgewählter Fachliteratur kann helfen, den Blick für offene Bedürfnisse zu schärfen. Zum Beispiel können die Sanierung von Altbaubeständen, energieeffizientes Planen und Bauen sowie die Nutzung von ökologisch nachhaltigen Materialien für die Inneneinrichtung zu neuen Aufgaben für Architekten werden. Für die Strukturierung der eigenen Pläne als selbstständiger Architekt bietet sich ein Businessplan als Übersicht an. Dieser dient möglicherweise gleichzeitig als Grundlage für die Bewerbung um Fördergelder oder Existenzgründungszuschüsse. Beim Blick auf die Finanzierung der Selbstständigkeit darf auch das Thema Steuer nicht vergessen werden. Die Tätigkeit des Architekten zählt zu den „Freien Berufen“, die laut Einkommensteuergesetz steuerliche Vorteile genießen. Das Finanzamt behandelt Freiberufler rechtlich anders als einen Gewerbetreibenden, der etwa ein Ladengeschäft führt: Selbstständige Architekten müssen keine Gewerbesteuer zahlen, solange sie keine Kapitalgesellschaft wie beispielsweise eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) gründen. Daher müssen sich freie Architekten auch nicht beim Gewerbeamt, sondern nur beim Finanzamt anmelden. Dieser Umstand erleichtert die Tätigkeit als selbstständiger Architekt enorm.

Weitere Informationen können bei den folgenden beiden Berufsverbänden eingeholt werden:
Verband selbständiger Ingenieure und Architekten (VSIA): www.vsia.de
Vereinigung Freischaffender Architekten Deutschlands e.V.: www.vfa-architekten.de

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